Ja, man darf ihn ruhig als «Zitterpartie» bezeichnen, den letzten Match der heurigen Meisterschaft im Hornussen. Dies, obwohl das Thermometer weit über die 30 hinauf kletterte und keine Wolke sich vor die brennende Sonne schieben wollte. Einzig durchaus ein mildes Lüftchen wehte mal hierhin, mal dahin. Auf dem Hornusserplatz der HG Lyss, zwischen alter Aare und Autostrasse A6 von Lyss Nord nach Biel, spielte sich am Samstag, 11. Juli ein hochdramatischer Wettkampf zwischen der Gastgebermannschaft sowie der A-Truppe aus Wasen-Lugenbach ab. Bei den Gästen ging es bei diesem letzten Match der Saison darum, möglichst den dritten Podestplatz zu erreichen, für die Lysser ging es um nicht weniger als den Ligaerhalt.
Das Gras auf dem Ries knirrschte unter den schweren Füssen der Sportler, die sich auf dem Feld zwischen den Zili aufgestellt hatten. «Giele: Trinke!» wurde von den Verantwortlichen ausgerufen. Manch einer trug ein nasses Tuch am Nacken. Kurz nach 13:00 Uhr hörte man dann auch schon «Einä» übers Feld rufen. Thomas Moser von den Lyssern stand am Bock und holte zum ersten Streich aus. Der Nouss schoss in die Höhe und wurde bei Zili 18 heruntergeholt. Für die Lysser war das Ziel, Total über 13544 Punkte zu erreichen, welche von Balzenwil A auf Rang 13 vorgegeben wurde. Andernfalls drohte der Abstieg, der für die Ränge 13 und 14 vorgesehen ist. Die Schlagpunkte schienen erreichbar. Die zweite Aufgabe war es, keinesfalls einen Nouss fallenzulassen. Andernfalls wäre die Schlacht ebenfalls geschlagen gewesen. Hier benötigte es eine besondere Konzentration bis zum Schluss.
Nach zwei Umgängen trennten die beiden Mannschaften erst 8 Schlagpunkte, beide wiesen eine souveräne Nullerbilanz aus. Ähnlich ausgeglichen verliefen auch der 3. sowie 4. Umgang. Und so blieb es bis auf die letzten 10 Schlagmänner aus Wasen, womit ab da ein Zählerkrimi das Publikum bis auf die Nerven anspannte. Jeder Streich wurde kommentiert und der Zähler subtrahiert. Durchschnittlich hätten keine längeren Abschläge als 15er gemacht werden dürfen. Der Blick auf die Schlägerstatistik zeigte früh: das wird für die Wasener problemlos möglich sein. Die Lysser konnten bloss noch ihre Feldarbeit für das eigene Resultat sauber abschliessen, der Gewinn aber blieb zu diesem Zeitpunkt aussichtslos. Mit 1168 zu 1137 Punkten durften die Gäste als Sieger vom Platz gehen und beenden die Saison auf dem 3. Platz. Die Lysser erhielten 2 Rangpunkte und setzten sich so mit über 1000 Schlagpunkten deutlich vor den Zweitletztplatzierten und sicherten sich so den Ligaerhalt. Eine grosse Last ist den Seeländern so von den Schultern genommen worden – und damit sind nun Kräfte frei geworden, um die Hornusserfeste 2026 in rund 30 Tagen zu einem Höhepunkt für die teilnehmenden Gesellschaften werden zu lassen. Der nicht-hornussende Teil des OK gratuliert seinen Mitstreitern ganz herzlich zu diesem Erfolg!
Zu guter Letzt erhielt der 38-jährige Lysser Daniel Freudiger noch eine Champagner-Dusche von seinen Kollegen. Denn der Hornusser schliesst seine Saison als zweitbester Spieler ab. In 13 Spielen sammelte er insgesamt 309 Rangpunkte sowie 1070 Schlägerpunkte. Ein grossartiges Ergebnis.